
Bundeskriminalamt veröffentlicht das Bundeslagebild Menschenhandel und Ausbeutung 2025
Das Bundeskriminalamt (BKA) hat das aktuelle Bundeslagebild Menschenhandel und Ausbeutung 2025 veröffentlicht. Der jährlich erscheinende Bericht zeigt, dass die Zahl der abgeschlossenen Ermittlungsverfahren im Bereich Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung den höchsten Stand der vergangenen zehn Jahre erreicht hat.
Insgesamt haben die Polizeibehörden und der Zoll im Jahr 2025 566 Ermittlungsverfahren im Bereich Menschenhandel abgeschlossen. Erfasst werden dabei verschiedene Erscheinungsformen des Menschenhandels, darunter Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, der Arbeitsausbeutung, organisiertes Betteln, Menschenhandel zur Begehung strafbarer Handlungen sowie Zwangsheirat.
Höchststand bei Ermittlungsverfahren zur sexuellen Ausbeutung
Im Bereich des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung wurden 391 Ermittlungsverfahren mit 574 Opfern abgeschlossen. Rund 25,8 % der Betroffenen waren unter 21 Jahre alt.
Wie bereits in den Vorjahren stellen deutsche Staatsangehörige die größte Opfergruppe. Gleichzeitig setzt sich der Trend einer steigenden Zahl südamerikanischer Opfer fort.
Als häufige Anwerbungsformen nennt das BKA neben Täuschung und professioneller Anwerbung – beispielsweise über vermeintliche Model- oder Künstleragenturen – auch die sogenannte Loverboy-Methode. Diese wurde in 15,9 % der Verfahren als Modus Operandi festgestellt.
Wohnungsprostitution erschwert Ermittlungen
Der bereits seit der Corona-Pandemie beobachtete Trend zur Verlagerung in die Wohnungsprostitution hält weiter an. Diese Entwicklung erschwert die Aufdeckung und Verfolgung von Menschenhandel erheblich. Das BKA weist erneut darauf hin, dass von einem hohen Dunkelfeld auszugehen ist.
Deutlicher Anstieg bei Arbeitsausbeutung
Auch im Bereich des Menschenhandels zum Zweck der Arbeitsausbeutung wurde ein neuer Höchststand erreicht. Hier wurden 58 Ermittlungsverfahren mit 207 Opfern registriert. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von 21,1 %.
Der Bericht verdeutlicht, dass Menschenhandel in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen weiterhin ein erhebliches kriminal- und gesellschaftspolitisches Problem darstellt und die tatsächliche Zahl der Betroffenen aufgrund des hohen Dunkelfeldes vermutlich deutlich über den bekannten Fällen liegt.
Hier geht es zum vollständigen Bericht des Bundeskriminalamtes: Bundeslagebild Menschenhandel 2025



